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Malteser Landshut

Trauerarbeit bei Kindern und Jugendlichen

Kinder erleben den Verlust eines verstorbenen Elternteils oder Geschwisters mit ganz anderen Gefühlen, als Erwachsene. Häufig stellen sie ihre eigenen Bedürfnisse zurück, um die trauernden Eltern in der ohnehin schwierigen Lebenssituation nicht zusätzlich zu belasten. Unbewältigte Trauer bei Kindern kann jedoch zu seelischen und körperlichen Störungen führen.

In der Trauergruppe erleben Kinder dass sie mit ihrem Verlust und ihren oftmals traumatisierenden Erlebnissen während des Sterbeprozesses eines Elternteils oder Geschwisterkindes nicht alleine sind. Sie finden in der Gruppe einen geschützten Rahmen, in dem sie angeregt durch Geschichten in gestalterischen Prozessen kreativ ihre Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen und darüber offen sprechen können.

Die ausgebildeten Trauerbegleiterinnen gehen mit ihnen alle Fragen zum Thema Leben Sterben Tod und Trauer nach. In der Erinnerungsarbeit lernen sie eine neue Form der Beziehung zu dem Verstorbenen zu gestalten und ihre Erfahrungen in ihr weiteres Leben so zu integrieren, dass sie wieder kraftvoll im Leben stehen können.

Bitte Anfragen an die ehrenamtliche Trauergruppe nur per Email:

Ihr Ansprechpartner vor Ort:

Rebecca Marchese
Koordinatorin ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst
Tel. (0871 ) 923 30 40
Mobil. 0160 / 946 51 497
E-Mail senden

Grundsätzliches:

Trauerprozesse werden ausgelöst durch einen Verlust.
Kinder und erleben in vielen Bereichen ihres Lebens Verluste. Das kann neben dem Tod eines Elternteils bzw. nahestehender Personen, auch der Verlust von Lebensraum, geistigen oder körperlichen Fähigkeiten, einem Haustier oder Spielzeug sein, aber auch der Verlust von Lebenskonzepten (z.B. durch die Trennung der Eltern, Umzug in ein anderes Land) kann einen tiefen Trauerprozess auslösen.
Trauer ist notwendig, um mit dem erlittenen Verlust leben und diesen in das neue Lebensgefüge integrieren zu können. D.h. Trauer ist ein Prozess, der länger dauert und sich in vielfältiger Form ausdrückt, als bisher angenommen wurde. Die früher herrschende Auffassung in der Trauerforschung, dass Trauer bei allen Menschen gleich verlaufe, hat sich in den letzten Jahren verändert.
Kinder und Jugendliche trauern genauso schwer, genauso lange wie Erwachsene und doch ist die Trauer nicht gleich. Weil sich ihre Trauer anders ausdrückt, wird sie oft als solche nicht erkannt, gewürdigt und begleitet. Kinder besitzen noch nicht die gleichen Voraussetzungen, sich mit Trauer auseinanderzusetzen, wie Erwachsene. Zu diesen Voraussetzungen gehört die Fähigkeit zu abstraktem Denken, das Gefühl für Zeit und deren Ablauf, die Möglichkeit, sich sprachlich in Ihrer Trauer mitzuteilen und vor allem besitzen sie noch nicht die Fähigkeit der Selbstfürsorge. Jugendliche sind dem Gefühl der Trauer oft sehr hilflos ausgeliefert und ziehen sich dann zurück.
Der Tod eines nahestehenden Menschen ist für jedes Kind – auch für sehr kleine – ein folgenschweres Ereignis. Durch den Verlust werden Kinder mit neuen Lebenssituationen und Voraussetzungen konfrontiert, mit denen sie zurechtkommen müssen. Sie werden gezwungen, sich einen neuen Stand in ihrer Lebenswelt zu suchen und neue Rollen einzunehmen. In der Kindheit erfahrene Verluste und die daraus resultierende Bewältigung haben Einfluss auf die weitere Entwicklung des Kindes.
Haben Kinder und Jugendliche nicht die Möglichkeit, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen und versuchen sie ihre Bezugspersonen durch das Verdrängen und Unterdrücken der eigenen Trauer zu schützen, oder nehmen sie verdrängendes Trauerverhalten von Bezugspersonen zum Vorbild, besteht das Risiko einer Entwicklungsstörung oder dauerhaften psychischen Erkrankung.
Daher ist es so wichtig, Kinder und Jugendliche mit dem Erlebten nicht allein zu lassen.
Trauerprozesse müssen durchlebt werden, sind aber für Menschen, Erwachsene wie Kinder, enorm anstrengend und teilweise sehr beängstigend, da sich Trauer in körperlichen und psychischen Reaktionen ebenso wie in verändertem und ungewöhnlichem Verhalten zeigen kann.
Hinterbliebene sind vielen unterschiedlichen, sehr intensiven und oft widersprüchlichen Gefühlen wie Schmerz, Verzweiflung, Liebe, Wut, Angst, Trauer oder Dankbarkeit ausgesetzt. Vielfach spielt die Auseinandersetzung mit dem Gedanken, schuldig zu sein, eine belastende Rolle. Die Gefühle bei trauernden Kindern und Jugendlichen sind oft sprunghaft, schwankend und können plötzlich wechseln. Sie reichen von Heiterkeit, manchmal auch Albernheit, bis hin zu Wut, Aggression und tiefer Traurigkeit.

Unser Angebot:

Unser Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die eine sehr nahestehende Person verloren haben und besteht aus zwei Bausteinen: Trauergruppen und Einzelbegleitungen.
Die Trauergruppen bieten Kindern und Jugendlichen ein geschütztes Umfeld mit der Möglichkeit, sich gemeinsam mit anderen Betroffenen auf verschiedene Weise mit den Themen Abschied, Tod, Verlust und Trauer auseinanderzusetzen. So können die Kinder und Jugendlichen feststellen, dass ihre Erfahrungen zwar einzigartig sind, aber andere Kinder ähnliches erlebt haben und sie damit nicht allein sein.
Die Trauernden sollten entwicklungsmäßig auf einem ähnlichen Level sein, damit
Sollte eine Gruppe aufgrund von zu wenig Nachfrage nicht zustande kommen oder wenn die Gruppensituation die Betroffenen überfordert kann auch eine Einzelbegleitung angeboten werden.

 

Inhalte der Trauerarbeit:

- wir geben allen Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen den Raum den sie zum Ausdruck brauchen
- wir reden und schweigen, lachen und weinen miteinander
- wir sind gemeinsam kreativ  
- wir erarbeiten gemeinsame Rituale
- wir lesen und erforschen gemeinsam Bücher und Geschichten die uns mit der Thematik in Kontakt bringen
- wir musizieren miteinander
- wir tanzen miteinander
- wir beziehen insbesondere auch die Natur in unsere Trauerarbeit mit ein, indem wir uns darauf einlassen (hören, riechen, sehen, schmecken, fühlen) und wir erforschen die 4 Jahreszeiten der Natur.         
Jeder Augenblick ist kostbar, und wir begegnen sowohl der Freude als auch der Trauer mit Zuwendung, Fürsorge und Unvoreingenommenheit.
Dadurch öffnen wir Kindern und Jugendlichen die Tür zu allen Gefühlen und Emotionen im Leben, sowohl den angenehmen als auch den unangenehmen, denn früher oder später kommt jeder damit in Verbindung. Trauernde Kinder und Jugendliche sollen hier die Möglichkeit, den Raum und die Zeit finden, mit all ihren Gefühlen, Gedanken und Emotionen zu sein, ohne richtig oder falsch.

Organisatorisches:

Feste Termine für monatliche Gruppentreffen, Einzelbegleitung nach Absprache
Dauer: ca. 2 Stunden
Ort: Ladehofplatz 3, Landshut, Erdgeschoß

Die Kinder und Jugendlichen werden begleitet von:
Vesna Glavica
Angelika Graf
Siglinde Gross
Angela Illia

Weitere Informationen

Kommende Aktionen 2019

Ab 1. Juli werden feste Termine für eine Trauergruppe für Kinder und Jugendliche am Ladehofplatz 3 angeboten. Bei Interesse telefonisch oder per Mail melden.

 

Flyer Trauerarbeit

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE79370601201201218655  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7